Setzungsberechnung

Bodensetzung · Normalsetzung · Differenzsetzung · Neigungen von Bauwerken

Setzungsrechner


Effektive Normalspannung in Gründungstiefe; üblich 100–500 kPa
Bodenkennwert; Sand: 10–50 MPa, Ton: 5–30 MPa, Fels: >100 MPa
Dicke der Setzungszone (Einflusstore bis Fels oder Starrschicht)

Formeln & Grundlagen

Normalsetzung (einfache Methode):
s = (σ / E_s) · h
Setzung als Produkt von Spannungsanteil und Schichthöhe (linear-elastische Bodenmechanik)

Umgeformte Formeln:
σ = (s · E_s) / h
E_s = (s · E_s) / h
h = (s · E_s) / σ
Berechnung der einzelnen Größen, wenn die anderen bekannt sind
Differenzsetzung und Neigung:
Δs = |s_B − s_A|
α = arctan(Δs / L) [rad]
α ≈ Δs / L [für kleine Winkel]
Neigungswinkel des Bauwerks durch ungleichmäßige Setzung

Symbol-Tabelle
sBodensetzung [mm], [m]
σEffektive vertikale Spannung [kPa]
E_sSteifemodul (Deformationsmodul) [kPa]
hDicke der Setzungszone [m]
ΔsDifferenzsetzung [mm]
αNeigungswinkel [rad], [°]
LAbstand zw. Fundamente [m]
Hinweis: Diese Berechnung verwendet das linear-elastische Modell, das die Setzung proportional zur Spannung annimmt. Praxiswert bietet eine grobe Näherung. Für präzise Vorhersagen verwenden Sie Setzungsberechnungen nach Edgeworth, Ménard oder numerische Verfahren (FE).

Technische Grundlagen

Bodensetzungen (Settlement)

Bodensetzungen treten auf, wenn ein Fundament Last in den Untergrund einleitet. Die Setzung ist eine der wichtigsten Grenzzustände für Bauwerke: Sie beeinflusst die Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit. Im Gegensatz zur Tragfähigkeit (Bruch) sind Setzungen oft reversibel oder dauerhaft, je nach Bodentyp.

Arten von Setzungen
  • Normalsetzung (Primary Settlement): Verformung durch Last-Spannungsumverteilung im Boden (Hauptmechanismus)
  • Sekundärsetzung (Secondary Settlement): Zeitabhängig (Kriechen); besonders in Ton wichtig
  • Quellung (Heave): Aufwölbung durch Wassersättigung (bei bindigen Böden); untergeordnet
Steifemodul E_s (Konsolidierungsmodul)
Bodentyp E_s [MPa] Bemerkung
Schluff, weiches Material 2–5 Gering verdichtet; hohe Setzungen
Ton, steif 5–15 Überkonsolidiert; mittel bis hohe Setzungen
Sand, locker bis mitteldicht 10–30 Abhängig von Dichte und Korngröße
Kies, verdichtet 30–80 Hohe Steifigkeit; gutes Gründungsmaterial
Fels, unverwittert > 100 Sehr steif; minimale Setzungen
Gründungsspannung (Bearing Stress)

Die Gründungsspannung ist die effektive Normalspannung unter dem Fundament. Sie ergibt sich aus:

  • σ = (Fundamentlast) / (Fundamentfläche) − Auftriebseffekte
  • Typischerweise: 100–500 kPa für Hochbauten auf massiven Fundamenten
  • Bei tiefen Gründungen (Pfähle): σ kann deutlich höher liegen (einige MPa)
Zulässige Setzungsgrenzwerte
Bauwerk-Typ s_zul [mm] Differenzsetzung Δs [mm] Neigung α [‰]
Hochbau (Stahlbeton) 50–100 10–20 5–10
Maschinen, empfindlich 10–25 5–10 2–5
Brücken 25–75 10–30 5–10
Straßen/Wege 50–150 15–50 10–25
Achtung: Diese vereinfachte Berechnung berücksichtigt nicht:
• Spannungsverteilung in der Tiefe (Boussinesq, Westergaard)
• Zeitabhängige Konsolidierung (primär vs. sekundär)
• Nichtlineare Steifigkeitszunahme mit Tiefe
• Grundwassereinfluss auf effektive Spannungen

Verwenden Sie für komplexe Fälle professionelle Geotechnik-Software oder konsultieren Sie einen Geotechniker!