Brechungswinkel berechnen

Online-Rechner und Formeln zur Berechnung des optischen Brechungswinkels

Brechungswinkel Rechner

Snellius'sches Brechungsgesetz

Berechnet den Brechungswinkel (θ₂) oder Einfallswinkel (θ₁) beim Übergang von Licht zwischen zwei Medien mit unterschiedlichen Brechungsindizes.

dimensionslos
Erstes Medium (z.B. Luft: 1,00)
dimensionslos
Zweites Medium (z.B. Wasser: 1,33)
°
Winkel zur Normalen der Grenzfläche
°
Winkel zur Normalen der Grenzfläche
Resultat

Beispielrechnung

Beispiel: Licht von Luft zu Wasser
Aufgabe:

Licht fällt aus Luft (n₁ = 1,00) auf Wasser (n₂ = 1,33) mit einem Einfallswinkel von 30°. Wie groß ist der Brechungswinkel?

Gegeben:
  • Brechungsindex Luft: n₁ = 1,00
  • Brechungsindex Wasser: n₂ = 1,33
  • Einfallswinkel: θ₁ = 30°
  • Gesucht: Brechungswinkel θ₂
Lösung:

Snellius'sches Gesetz:

\[n_1 \cdot \sin(θ_1) = n_2 \cdot \sin(θ_2)\]
\[\sin(θ_2) = \frac{n_1 \cdot \sin(θ_1)}{n_2}\]
\[\sin(θ_2) = \frac{1{,}00 \cdot \sin(30°)}{1{,}33}\]
\[\sin(θ_2) = \frac{1{,}00 \cdot 0{,}5}{1{,}33} = 0{,}3759\]
\[θ_2 = \arcsin(0{,}3759) ≈ 22{,}1°\]
Physikalische Interpretation

Brechung zur Normalen: Das Licht wird beim Übergang von Luft zu Wasser zur Normalen hin gebrochen, da Wasser optisch dichter ist als Luft (n₂ > n₁).

Resultat: Der Brechungswinkel (22,1°) ist kleiner als der Einfallswinkel (30°), was dem erwarteten Verhalten entspricht.


Formeln zum Brechungswinkel

Das Snellius'sche Brechungsgesetz beschreibt die Brechung von Licht an der Grenzfläche zwischen zwei optischen Medien mit unterschiedlichen Brechungsindizes.

Snellius'sches Brechungsgesetz

Das fundamentale Gesetz der Lichtbrechung an Grenzflächen.

\[n_1 \cdot \sin(θ_1) = n_2 \cdot \sin(θ_2)\]
n₁, n₂ = Brechungsindizes
θ₁, θ₂ = Winkel zur Normalen [°]
Brechungswinkel berechnen

Umstellung zur Berechnung des Brechungswinkels.

\[θ_2 = \arcsin\left(\frac{n_1 \cdot \sin(θ_1)}{n_2}\right)\]
Anwendung des Arkussinus zur Winkelberechnung.
Einfallswinkel berechnen

Umstellung zur Berechnung des Einfallswinkels.

\[θ_1 = \arcsin\left(\frac{n_2 \cdot \sin(θ_2)}{n_1}\right)\]
Rückwärtsberechnung des Einfallswinkels.
Grenzwinkel der Totalreflexion

Kritischer Winkel für Totalreflexion (n₁ > n₂).

\[θ_c = \arcsin\left(\frac{n_2}{n_1}\right)\]
Für θ₁ > θc tritt Totalreflexion auf.
Wichtige Brechungsindizes
Vakuum: n = 1,00000
Luft: n ≈ 1,00029
Wasser: n = 1,33
Ethanol: n = 1,36
Fensterglas: n ≈ 1,52
Flintglas: n ≈ 1,6-1,9
Diamant: n = 2,42
Quarzglas: n = 1,46

Beschreibung

Was ist der Brechungswinkel?

Der Brechungswinkel (auch Refraktionswinkel) ist der Winkel, unter dem Licht ein optisches Medium durchdringt, nachdem es an der Grenzfläche zwischen zwei Medien mit unterschiedlichen Brechungsindizes gebrochen worden ist. Er wird zur Normalen der Grenzfläche gemessen. Das Phänomen der Lichtbrechung ist fundamental für die Optik und erklärt viele alltägliche Beobachtungen wie die scheinbare Verschiebung von Objekten unter Wasser oder das Linsenprinzip.

Snellius'sches Brechungsgesetz

Das Snellius'sche Brechungsgesetz (benannt nach dem niederländischen Mathematiker Willebrord Snellius) beschreibt die Beziehung zwischen dem Einfallswinkel und dem Brechungswinkel:

\[n_1 \cdot \sin(θ_1) = n_2 \cdot \sin(θ_2)\]
  • n₁ – Brechungsindex des ersten Mediums (Einfallsmedium)
  • n₂ – Brechungsindex des zweiten Mediums (Brechungsmedium)
  • θ₁ – Einfallswinkel (zur Normalen gemessen) in Grad
  • θ₂ – Brechungswinkel (zur Normalen gemessen) in Grad
Berechnung des Brechungswinkels

Um den Brechungswinkel zu berechnen, stellen wir das Snellius'sche Gesetz nach θ₂ um:

\[θ_2 = \arcsin\left(\frac{n_1 \cdot \sin(θ_1)}{n_2}\right)\]

Der Brechungswinkel hängt daher ab von:

  • dem Einfallswinkel θ₁
  • dem Brechungsindex-Verhältnis n₁/n₂
Wichtige Sonderfälle
Fall Bedingung Ergebnis
Senkrechter Einfall θ₁ = 0° θ₂ = 0° (keine Ablenkung)
n₁ < n₂ (Verdichtung) Von weniger dichtem zu dichterem Medium θ₂ < θ₁ (Licht wird zur Normalen hin gebrochen)
n₁ > n₂ (Verdünnung) Von dichterem zu weniger dichtem Medium θ₂ > θ₁ (Licht wird von der Normalen weg gebrochen)
Totalreflexion n₁ > n₂ und θ₁ ≥ θc (kritischer Winkel) Keine Brechung, nur Reflexion (θ₂ existiert nicht)
Der kritische Winkel und Totalreflexion

Wenn Licht von einem dichteren zu einem weniger dichten Medium übergeht (n₁ > n₂), gibt es einen kritischen Winkel θc, oberhalb dessen Totalreflexion auftritt:

\[θ_c = \arcsin\left(\frac{n_2}{n_1}\right)\]

Für alle Einfallswinkel θ₁ > θc wird das Licht vollständig reflektiert und nicht gebrochen. Dies ist das Prinzip hinter Lichtleitern und Glasfaserkabeln.

Praktische Beispiele
  • Wasser-Luft-Grenzfläche: Gegenstände unter Wasser erscheinen näher und höher als sie wirklich sind
  • Regenbogen: Entsteht durch Brechung, Reflexion und Dispersion in Wassertropfen
  • Linsen: Funktionieren durch gezielte Brechung von Lichtstrahlen
  • Glasfaserkabel: Nutzen Totalreflexion zur Leitungsführung von Licht
  • Prismen: Nutzen Brechung und Dispersion zur Zerlegung von Licht
Hinweis
Die Winkel werden immer zur Normalen (Senkrechte) der Grenzfläche gemessen, nicht zur Oberfläche selbst. Dies ist ein wichtiger Unterschied, da ein Winkel von 30° zur Normalen einem Winkel von 60° zur Oberfläche entspricht.

Detaillierte Beschreibung der Lichtbrechung

Physikalische Grundlagen

Die Lichtbrechung tritt auf, wenn Licht von einem Medium in ein anderes übertritt und dabei seine Ausbreitungsrichtung ändert. Das Snellius'sche Brechungsgesetz beschreibt diesen Vorgang quantitativ durch die Brechungsindizes der beteiligten Medien.

Bedienungshinweise

Wählen Sie mit den Radiobuttons, ob der Brechungswinkel oder Einfallswinkel berechnet werden soll. Geben Sie die Brechungsindizes und den bekannten Winkel ein und klicken Sie "Rechnen".

Anwendungsbereiche

Optik und Photonik

Linsendesign, Prismenoptik, Laseroptik, Faseroptik. Grundlage für optische Systeme und Instrumente.

Materialwissenschaft

Bestimmung von Brechungsindizes, Materialcharakterisierung, Qualitätskontrolle in der Glasindustrie.

Medizintechnik

Endoskopie, Mikroskopie, Laser-Therapie. Optische Diagnoseverfahren und bildgebende Systeme.

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