Farbtemperatur berechnen
Wiensches Verschiebungsgesetz für Temperatur und Maximumwellenlänge
Farbtemperatur Rechner (JavaScript)
Wiensches Gesetz
Für Schwarzkörper gilt λ_{max}·T = b mit b = 2,897771955·10⁻³ m·K.
Beispielrechnungen
Beispiel 1: Sonnenoberfläche
Gegeben: T = 5778 K
Ergebnis: λmax ≈ 501 nm
Beispiel 2: Glühlampe
Gegeben: T = 2700 K
Ergebnis: λmax ≈ 1073 nm (nahes Infrarot)
Beispiel 3: Temperatur aus λmax
Gegeben: λmax = 650 nm
Ergebnis: T ≈ 4458 K
Formeln und ausführliche Beschreibung
Das Wiensche Verschiebungsgesetz beschreibt den Zusammenhang zwischen Temperatur eines idealen Strahlers und der Wellenlänge maximaler Abstrahlung. Höhere Temperaturen verschieben das Maximum zu kürzeren Wellenlängen. Das ist zentral für Astrophysik, Spektralanalyse und Beleuchtungstechnik.
Wien-Gesetz
Temperatur
Maximumwellenlänge
Verschiebungskonstante
Praxisbezug
Beschreibung
Was ist Farbtemperatur?
Die Farbtemperatur ist ein Maß für die Farbe des Lichts einer Strahlungsquelle. Sie basiert auf der physikalischen Eigenschaft, dass heiße Objekte (Schwarzkörper) Licht in verschiedenen Farben abstrahlen. Die Farbtemperatur wird in Kelvin (K) angegeben und beschreibt, bei welcher Temperatur ein idealer schwarzer Körper die gleiche Farbe hätte wie die beobachtete Lichtquelle.
Wiensches Verschiebungsgesetz
Das Wiensche Verschiebungsgesetz (benannt nach Wilhelm Wien) beschreibt den fundamentalen Zusammenhang zwischen der Temperatur eines idealen Strahlers und der Wellenlänge seiner maximalen Strahlung:
- λmax – Wellenlänge der maximalen Strahlung in Metern (m)
- T – absolute Temperatur in Kelvin (K)
- b – Wiensche Verschiebungskonstante ≈ 2,898 × 10⁻³ m·K
Physikalische Interpretation
Je höher die Temperatur, desto kürzer die Wellenlänge der maximalen Strahlung:
- Niedrige Temperaturen (1000-3000 K): Maximum im roten/Infrarot-Bereich → warmes, rötliches Licht (z.B. Glühlampen)
- Mittlere Temperaturen (4000-6000 K): Maximum im gelb-weißen Bereich → neutrales Licht (z.B. Sonnenlicht, 5778 K)
- Hohe Temperaturen (7000-10000 K): Maximum im blauen Bereich → kaltes, bläuliches Licht (z.B. klarer Himmel)
- Sehr hohe Temperaturen (>10000 K): Maximum im UV-Bereich → sehr blaues Licht (z.B. heiße Sterne)
Typische Farbtemperaturen von Lichtquellen
| Lichtquelle | Farbtemperatur (K) | Charakterisierung |
|---|---|---|
| Kerzenlicht | 1900 K | Sehr warm, tief orange |
| Glühlampe (40W) | 2500 K | Warm, gelb-orange |
| Glühlampe (100W) | 2700 K | Warm, gelb |
| Halogenlampe | 3200 K | Warm-weiß |
| Tageslicht (9 Uhr, 15 Uhr) | 4000-5000 K | Neutral-weiß |
| Sonnenlicht (Mittag) | 5778 K | Neutral-weiß |
| Bewölkter Himmel | 6500 K | Kühl-weiß |
| Klarer Himmel (Mittag) | 7500 K | Bläulich-weiß |
| Klarer Himmel (Horizont) | 10000 K | Stark bläulich |
Praktische Anwendungen
- Fotografie und Film: Weißabgleich wird an die Farbtemperatur der Lichtquelle angepasst
- Beleuchtungstechnik: Auswahl von Lampen für unterschiedliche Wohnräume und Stimmungen
- Astronomie: Bestimmung der Oberflächentemperatur von Sternen (z.B. Sonnenstern: 5778 K, rote Riesen: 3000 K, blaue Überriesen: >30000 K)
- Thermographie: Messung von Temperaturen über Infrarotstrahlung
- Display-Technologie: Farbtemperatur-Einstellung für Bildschirme und Monitore
Anmerkungen zur Schwarzkörper-Annahme
Das Wiensche Verschiebungsgesetz gilt exakt für ideale Schwarzkörper. Reale Lichtquellen weichen davon ab, folgen aber näherungsweise diesem Gesetz. Leuchtstoffe und LED-Lampen können künstlich erzeugte Farbtemperaturen haben, die nicht der thermalen Strahlung entsprechen, aber dennoch in Kelvin angegeben werden (korrelierte Farbtemperatur).
Hinweis
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