Leuchtdichte berechnen
Online-Rechner und Formeln für Leuchtdichte in cd/m²
Leuchtdichte Rechner (JavaScript)
Grundrelation
Die Leuchtdichte ist definiert als L = I/A mit I als Lichtstärke in Candela und A als wirksame Fläche in Quadratmetern.
Beispielrechnungen
Beispiel 1: Leuchtdichte aus I und A
Gegeben: I = 150 cd, A = 0,5 m²
Ergebnis: L = 300 cd/m²
Beispiel 2: Lichtstärke aus L und A
Gegeben: L = 300 cd/m², A = 0,5 m²
Ergebnis: I = 150 cd
Beispiel 3: Fläche aus I und L
Gegeben: I = 150 cd, L = 300 cd/m²
Ergebnis: A = 0,5 m²
Formeln und ausführliche Beschreibung
Die Leuchtdichte L beschreibt, wie hell eine leuchtende oder beleuchtete Fläche für den Beobachter erscheint. Sie verknüpft die Lichtstärke mit der wirksamen Fläche und ist damit eine zentrale Größe in Displaytechnik, Fahrzeugbeleuchtung, Architekturlicht und visueller Ergonomie.
Leuchtdichte
Lichtstärke
Fläche
Einheit
Praxisbezug
Ausführliche Beschreibung
Was ist Leuchtdichte?
Die Leuchtdichte L ist ein Maß für die wahrgenommene Helligkeit einer Oberfläche aus einer bestimmten Richtung. Sie gibt an, wie viel Licht von einem Oberflächenelement in einer bestimmten Richtung ausgeht, bezogen auf die sichtbare Fläche. Im Gegensatz zur Beleuchtungsstärke (Lichtmenge auf einer Fläche) beschreibt die Leuchtdichte das von einer Fläche ausgesandte oder reflektierte Licht. Sie ist das Maß, das am besten damit übereinstimmt, wie hell wir Dinge sehen.
Definition und Formel
Die Leuchtdichte ist definiert als das Verhältnis zwischen Lichtstärke und der projzierten (wirksamen) Fläche:
- L – Leuchtdichte (cd/m²)
- I – Lichtstärke (candela, cd)
- A – projizierte (wirksame) Fläche (m²)
Leuchtdichte vs. Beleuchtungsstärke
| Größe | Symbol | Einheit | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Beleuchtungsstärke | E | lx (Lumen/m²) | Licht, das AUF eine Fläche FÄLLT |
| Leuchtdichte | L | cd/m² | Licht, das VON einer Fläche AUSGEHT (reflektiert oder selbst emittiert) |
| Lichtstärke | I | cd | Gesamte Lichtenergie in eine Richtung |
| Lichtstrom | Φ | lm | Gesamte sichtbare Lichtenergie |
Herleitung
Für eine kleine Oberflächenelement dA, das die Lichtstärke I in eine bestimmte Richtung aussendet, ergibt sich:
- Lichtstärke: \[I = \frac{d\Phi}{d\Omega}\] (Lichtstrom pro Raumwinkel)
- Leuchtdichte: \[L = \frac{dI}{dA \cdot \cos(θ)}\] (Lichtstärke pro projizierter Fläche)
- Der Faktor cos(θ) berücksichtigt, dass nur die senkrechte Komponente der Fläche relevant ist
Typische Leuchtdichte-Werte
| Lichtquelle / Objekt | Leuchtdichte (cd/m²) |
|---|---|
| Nachthimmel (dunkel) | 0,001 |
| Vollmond | 0,25 |
| Papier im Sonnenlicht | 100 – 1000 |
| Typischer Monitor (weiß) | 100 – 300 |
| Smartphone-Display | 200 – 500 |
| Verkehrssignal (rot LED) | 500 – 3000 |
| Auto-Scheinwerfer (Reflektor) | 1000 – 5000 |
| Straßenlicht (Natrium-Hochdruck-Lampe) | 5000 – 10000 |
| Glühbirne (Glühfaden) | 100000 – 500000 |
| Sonnenscheibe | 1600000000 |
Abhängigkeit vom Beobachtungswinkel
Die Leuchtdichte hängt vom Beobachtungswinkel ab. Eine diffuse Oberfläche (Lambertisches Strahler) weist eine konstante Leuchtdichte in alle Richtungen auf (Lambert's Kosinusgesetz). Eine spiegelnd reflektierende Oberfläche hingegen hat nur in eine bestimmte Richtung eine hohe Leuchtdichte.
Blendung und visuelle Ergonomie
Eine zu hohe Leuchtdichte kann zu Blendung führen, besonders wenn:
- Hohe Leuchtdichte-Kontraste im Sichtfeld vorhanden sind (z.B. heller Monitor vor dunklem Hintergrund)
- Die Augen zu lange auf hochglänzende Oberflächen fixieren
- Der Beobachtungswinkel ungünstig ist
- Bei älteren Personen, deren Augen empfindlicher gegen Blendung sind
Praktische Anwendungen
- Display-Technik: Monitore, TV-Geräte, Smartphone-Displays – die Leuchtdichte bestimmt die Sichtbarkeit
- Fahrzeugbeleuchtung: Scheinwerfer, Rückleuchten, Bremslichter – müssen vorgegebene Leuchtdichte-Werte erreichen
- Verkehrszeichen: Beschilderung und Verkehrssignale müssen nachts ausreichend hell sein
- Architekturlicht: Fassadenbeleuchtung und Innenbeleuchtung – Planung basiert auf Leuchtdichte-Anforderungen
- Digitale Fotografie: Sensoren reagieren auf die Leuchtdichte von Szenen
- Arbeitsplatzbeleuchtung: Ergonomisch sichere Leuchtdichte-Bereiche für Bildschirmarbeitsplätze
- Filmprojektion: Qualität und Helligkeit der Projektion hängt von der Leuchtdichte ab
Wichtige Eigenschaften
- Richtungsabhängigkeit: Die Leuchtdichte variiert je nach Beobachtungsrichtung
- Flächenabhängigkeit: Eine größere Fläche mit gleicher Lichtstärke ergibt niedrigere Leuchtdichte
- Wahrnehmungsrelevanz: Leuchtdichte ist das beste Maß für die visuelle Wahrnehmung von Helligkeit
- Unabhängig von Entfernung: Leuchtdichte ändert sich nicht mit der Beobachtungsentfernung (unter Vernachlässigung der Atmosphäre)
- Erhaltungsgröße: Nach dem Conservativity-Theorem bleibt die Leuchtdichte in optischen Systemen erhalten (ideal)
Hinweis: Lambert'sches Gesetz
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