Vergrößerung berechnen
Online-Rechner und Formeln zur optischen Vergrößerung für Linsen und Spiegel
Vergrößerung Rechner (JavaScript)
Vergrößerungsformeln
Berechnet die Vergrößerung V mit V = s'/s oder alternativ V = f/(f-s).
Beispielrechnungen
Beispiel 1: Vergrößerung aus Bild- und Gegenstandsweite
Gegeben: s' = 15 cm, s = 30 cm
Ergebnis: V = 0,50 (verkleinert)
Beispiel 2: Vergrößerung aus f und s
Gegeben: f = 10 cm, s = 30 cm
Ergebnis: V = -0,50 (umgekehrtes Bild)
Beispiel 3: Spezialfall bei s = f
Wenn s = f, wird der Nenner in V = f/(f-s) zu null.
Folge: Bild im Unendlichen, keine endliche Vergrößerung.
Formeln zur Vergrößerung
Die lineare Vergrößerung beschreibt das Verhältnis von Bildgröße zu Gegenstandsgröße. In der geometrischen Optik kann sie über verschiedene äquivalente Formeln berechnet werden.
Verhältnis aus Weiten
Mit Brennweite und Gegenstandsweite
Vorzeichen
Sonderfall
Interpretation von |V|
|V| = 1: gleich groß
|V| < 1: Verkleinerung
Ausführliche Beschreibung
Was ist Vergrößerung?
Die optische Vergrößerung (oder Magnifikation) ist ein zentrales Konzept in der Optik, das beschreibt, wie viel größer oder kleiner ein Bild im Vergleich zum Objekt erscheint. Die lineare Vergrößerung (V) ist das Verhältnis der Bildgröße zur Objektgröße. Eine Vergrößerung von 2 bedeutet, dass das Bild doppelt so groß wie das Objekt ist. Eine Vergrößerung von 0,5 bedeutet, dass das Bild halb so groß ist.
Vorzeichen der Vergrößerung
Das Vorzeichen der Vergrößerung gibt die Orientierung des Bildes an:
- V > 0 (positiv): Das Bild ist aufrecht (gleiche Orientierung wie das Objekt)
- V < 0 (negativ): Das Bild ist umgekehrt (invertiert, kopfüber)
Der Betrag |V| gibt die Größenänderung an, unabhängig von der Orientierung.
Größenklassifizierung nach |V|
| Bedingung | Effekt | Beispiel |
|---|---|---|
| |V| > 1 | Vergrößerung (Bild größer) | V = 2 oder V = -3 (beide vergrößert) |
| |V| = 1 | Gleiche Größe | V = 1 (aufrecht) oder V = -1 (umgekehrt) |
| |V| < 1 | Verkleinerung (Bild kleiner) | V = 0,5 oder V = -0,33 (beide verkleinert) |
Vergrößerungsformeln
1. Formel aus Bildweite und Gegenstandsweite
Die grundlegendste Vergrößerungsformel basiert auf dem Verhältnis der optischen Weiten:
- s' – Bildweite (Abstand vom optischen Element zum Bild)
- s – Gegenstandsweite (Abstand vom optischen Element zum Objekt)
Wichtig: In der Signaturkonvention sind s und s' vorzeichen-abhängig. Ein reales Bild hat s' > 0, ein virtuelles Bild hat s' < 0.
2. Formel mit Brennweite und Gegenstandsweite
Alternativ kann die Vergrößerung aus der Brennweite und der Gegenstandsweite berechnet werden:
- f – Brennweite (Fokusdistanz)
- s – Gegenstandsweite
Diese Formel ist nützlich, wenn die Brennweite und Objektposition bekannt sind, das Bild aber nicht direkt gemessen wird.
3. Zusammenhang: Linsengleichung und Vergrößerung
Die Linsengleichung verbindet die Weiten und die Brennweite:
Durch Umformen kann man zeigen, dass beide Formeln äquivalent sind:
Sonderfälle und Grenzsituationen
Fall 1: s = f (Objekt im Brennpunkt)
Wenn das Objekt genau im Brennpunkt liegt:
- Das Bild rückt ins Unendliche
- Die Vergrößerung ist unendlich
- Der auslaufende Strahl ist parallel zur optischen Achse
Fall 2: s < f (Objekt zwischen Linse und Brennpunkt)
Bei konvexen Linsen: Die Vergrößerung ist aufrecht und vergrößert.
- V > 0 (aufrecht)
- |V| > 1 (vergrößert)
- Das Bild ist virtuell
- Dies ist die Funktionsweise einer Lupe
Fall 3: s = 2f (Doppelte Brennweite)
Ein spezieller interessanter Fall ist, wenn das Objekt in der doppelten Brennweite liegt:
- Das Bild ist genau so groß wie das Objekt (|V| = 1)
- Das Bild ist umgekehrt (V < 0)
- Das Bild liegt auch in der doppelten Brennweite auf der anderen Seite
Fall 4: s > 2f (Objekt weit weg)
- V < 0 (umgekehrt)
- |V| < 1 (verkleinert)
- Das Bild ist reell und näher am Brennpunkt
- Dies ist das Prinzip einer Kamera oder eines Teleskops
Anwendungsbeispiele in verschiedenen Optiken
Lupe (Magnifying Glass)
- Einfache konvexe Linse mit kurzer Brennweite
- Objekt liegt zwischen Linse und Brennpunkt (s < f)
- Typische Vergrößerung: 2× bis 10×
- Bild ist virtuell, aufrecht und vergrößert
Kamera (Camera Lens)
- Objekt ist sehr weit weg (s ≫ f)
- V ≈ -f/s (sehr kleine, negative Vergrößerung)
- Bild ist reell, invertiert und stark verkleinert
- Bildet Szenen auf einem Sensor ab
Projektor (Projector)
- Objekt (Folie/Film) liegt kurz hinter der Brennweite (s > f, aber s nahe f)
- Typische Vergrößerung: 50× bis 1000×
- Bild ist reell, invertiert und stark vergrößert
- Wird auf Leinwand projiziert
Teleskop (Telescope)
- Verwendet zwei Linsen (Objektiv + Okular)
- Effektive Vergrößerung: V = f_ob / f_ok
- Typische Vergrößerung: 20× bis 1000×
- Vergrößert entfernte, schwache Objekte
Mikroskop (Microscope)
- Objekt liegt knapp über der Brennweite (s ≈ f + kleine Distanz)
- Effektive Vergrößerung: V = L × f_ob / (f_ob × f_ok)
- Typische Vergrößerung: 50× bis 1500×
- Bild ist reell, invertiert und extrem vergrößert
Numerische Beispiele
Beispiel 1: Einfache Brechung (V = s'/s)
- Gegeben: s' = 20 cm, s = 10 cm
- V = 20/10 = 2 (Vergrößerung, reelles Bild, umgekehrt wenn reell)
Beispiel 2: Lupe-Effekt (V = f/(f-s))
- Gegeben: f = 5 cm, s = 3 cm (Objekt vor Brennpunkt)
- V = 5/(5-3) = 5/2 = 2,5 (aufrechte, virtuelle Vergrößerung)
Beispiel 3: Kamera-Effekt (Verkleinerung)
- Gegeben: f = 50 mm, s = 5000 mm (Objekt weit weg)
- V = 50/(50-5000) ≈ -0,01 (50× Verkleinerung, umgekehrt)
Beispiel 4: Spezialfall s = 2f
- Gegeben: f = 10 cm, s = 20 cm (doppelte Brennweite)
- V = 10/(10-20) = 10/(-10) = -1 (identische Größe, umgekehrt)
Vorzeichen und Signaturkonvention
In der geometrischen Optik gibt es verschiedene Signaturkonventionen. Die kartesische Konvention ist am häufigsten:
- Objektseite: Distanzen sind positiv, wenn sie in Ausbreitungsrichtung liegen
- Bildseite: Distanzen sind positiv für reale Bilder (auf der anderen Seite), negativ für virtuelle Bilder
- Brennweite: Konvexe (Sammellinse) f > 0, Konkave (Zerstreuungslinse) f < 0
Typische Vergrößerungen in der Praxis
| Instrument / Anwendung | Typische Vergrößerung | Vorzeichen des Bildes | Bildtyp |
|---|---|---|---|
| Lupe | 2–10× | Positiv (aufrecht) | Virtuell |
| Mikroskop (schwach) | 50–100× | Negativ (umgekehrt) | Reell |
| Mikroskop (stark) | 500–1500× | Negativ (umgekehrt) | Reell |
| Teleskop | 20–500× | Negativ (umgekehrt) | Reell |
| Kamera (Normalobjektiv) | 0,01–0,1× | Negativ (umgekehrt) | Reell |
| Brillenglas (weit) | 0,9–1,0× | Positiv | Virtuell |
Häufig gestellte Fragen
Q: Kann eine Vergrößerung negativ sein?
A: Ja. Das Vorzeichen gibt die Bildorientierung an. Negativ bedeutet umgekehrt, positiv bedeutet aufrecht.
Q: Was bedeutet eine Vergrößerung von -0,5?
A: Das Bild ist halb so groß wie das Objekt (|V| = 0,5 = Verkleinerung) und umgekehrt (V < 0).
Q: Warum wird das Bild in einer Kamera invertiert?
A: Weil das Objekt weit weg ist (s ≫ f), liegt die Bildweite s' nur knapp hinter der Brennweite f. Dies führt zu V < 0 (negativ), was Inversion bedeutet.
Q: Wie funktioniert eine Lupe?
A: Das Objekt wird zwischen Linse und Brennpunkt platziert (s < f), wodurch ein virtuelles, aufrechtes, vergrößertes Bild entsteht (V > 1, positiv).
Q: Was passiert bei s = f?
A: Der Nenner f - s wird null, was zu V → ∞ führt. Das Bild rückt ins Unendliche und wird unendlich groß.
Zusammenfassung
Kernpunkte:
- ✓ Definition: V = s'/s oder V = f/(f-s) gibt Größe und Orientierung des Bildes
- ✓ Vorzeichen: V > 0 = aufrecht, V < 0 = umgekehrt
- ✓ Betrag: |V| > 1 = Vergrößerung, |V| < 1 = Verkleinerung
- ✓ Sonderfall: Bei s = f wird V unendlich (Bild im Unendlichen)
- ✓ Anwendungen: Lupe (V > 1, aufrecht), Kamera (V < 0, klein), Mikroskop (V < 0, sehr groß)
- ✓ Linsengleichung: Verbindet f, s und s', ermöglicht alternative Berechnungen
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