Pumpenleistung

Hydraulische Leistung · Wirkleistung · Wirkungsgrad η · Wasserhaltung · Druckerhöhung

Pumpen-Rechner


10 l/s ≈ 36 m³/h ≈ 0,01 m³/s
Differenz Druckhöhe + geodätische Höhe + Strömungshöhe
%
Kreiselpumpe: 60–85 % | Kolbenpumpe: 80–95 %

Formeln & Grundlagen

Hydraulische Leistung (Förderleistung):
Phydr = ρ · g · Q · H  [W]
ρ = Dichte [kg/m³]  |  g = 9,81 m/s²
Q = Volumenstrom [m³/s]  |  H = Förderhöhe [m]
Wirkleistung (Antriebsleistung):
Pmech = Phydr / η  [W]
η = Gesamtwirkungsgrad (Pumpenwirkungsgrad + Motorwirkungsgrad)
Typisch: Kreiselpumpe 60–85 %, Kolbenpumpe 80–95 %
Spezifische Energie (Förderhöhe):
H = Phydr / (ρ · g · Q)  [m]
Alternativ: H = (p₂ – p₁) / (ρ·g) + (z₂ – z₁) + (v₂² – v₁²) / (2g)
(Druckerhöhung + geodätische + Geschwindigkeitserhöhung)
Wirkungsgrad:
η = Phydr / Pmech · 100 %
Zusammensetzung: η = ηvol · ηhydr · ηmech
(Volumetrischer, hydraulischer, mechanischer Wirkungsgrad)

Typische Wirkungsgrade
PumpentypηBereich
Kreiselpumpe (zentrifugal)70–82 %gering bis mittel
Kolbenpumpe (axial)85–95 %hoch
Zahnrad-/Schraube80–92 %mittel bis hoch
Kreiselpumpe + Motor 90%77 · 0,9 = 69 %gesamt


Pumpenleistung – Grundlagen der Pumpenauslegung

Was beschreibt die Pumpenleistung?

Die Pumpenleistung beschreibt die Energieübertragung von der Pumpe auf die Flüssigkeit. Die hydraulische (oder Förder-) Leistung Phydr ist die tatsächlich vom Wasser aufgenommene Leistung; die Wirkleistung (mechanische Antriebsleistung) Pmech ist die vom Motor bereitgestellte Leistung. Der Wirkungsgrad η beschreibt, wie viel der Antriebsleistung tatsächlich in hydraulische Leistung umgewandelt wird.

Phydr = ρ · g · Q · H
Die hydraulische Leistung ist proportional zur Dichte des Fluids, zum Volumenstrom und zur Förderhöhe.
Hydraulische Energieform

Druck- & Höhenenergie: Phydr ist äquivalent zu
Gewicht × Höhe = ρ·g·Q·H

Beispiel: 10 l/s um 15 m heben
= 998 · 9,81 · 0,01 · 15 = 1,47 kW

Verluste in Pumpe & Antrieb

Gesamtwirkungsgrad:
η = ηvol × ηhydr × ηmotor

Z.B.: 82 % (Pumpe) × 90 % (Motor)
= 74 % Gesamtwirkungsgrad

Anwendungsbeispiele: Wasserhaltung, Entwässerung, Druckerhöhung

Wasserhaltung & Bauen

Grundwasserhaltung beim Tiefbau: Wassermassen aus Baugrube abpumpen.
Förderhöhe: geodätische Höhe + Druck in Druckleitung (5–10 bar = 50–100 m).

Entwässerung & Drainage

Grundstücksentwässerung, Regenwasser, Schmutzwasser gegen Rückstau.
Typisch: kleine Pumpen (1–10 l/s), mittlere Höhe (2–6 m).

Druckerhöhung & Fernwasser

Trinkwasser in Hochhäuser, Bewässerungsanlagen, Druckwasserleitungen.
Hohe Drücke = große Förderhöhe = hohe Leistung.

Rechenbeispiel: Baugruben-Wasserhaltung

Aufgabe:

Aus einer 8 m tiefen Baugrube sollen 15 l/s Wasser abgepumpt werden. Druckleitung hat 3 bar Betriebsdruck. Wirkungsgrad η = 75 %. Wasser 20 °C (ρ = 998 kg/m³). Welche Antriebsleistung Pmech?

Lösung:
  • Geodätische Höhe: 8 m
  • Druckhöhe: 3 bar = 30 m Wassersäule (p/(ρ·g) = 300.000/(998·9,81))
  • Förderhöhe: H = 8 + 30 = 38 m
  • Phydr = ρ · g · Q · H = 998 · 9,81 · 0,015 · 38 = 5,56 kW
  • Pmech = Phydr / η = 5,56 / 0,75 = 7,41 kW10 PS

Häufige Fragen

Die hydraulische Leistung Phydr ist die Energie, die die Pumpe an die Flüssigkeit abgibt (Druck + Höhe + Geschwindigkeit). Die Antriebsleistung Pmech ist die vom Motor bereitgestellte Leistung. Die Differenz ist der Energieverlust durch Reibung, Turbulenz und mechanische Verluste im Pumpenantrieb. Der Wirkungsgrad η beschreibt diesen Unterschied.

Die Förderhöhe setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:
H = (p₂ – p₁)/(ρ·g) + (z₂ – z₁) + (v₂² – v₁²)/(2g)

Druckerhöhung: (p₂ – p₁) in Pascal, dann durch ρ·g teilen (ergibt Meter)
Geodätische Höhe: physischer Höhenunterschied in Metern
Geschwindigkeitserhöhung: meist vernachlässigbar

Beispiel: Wasser aus 2 m Tiefe in Druckleitung mit 5 bar = (50 + 2) m = 52 m H.

Kreiselpumpen arbeiten mit Zentrifugalkraft und erzeugen große Geschwindigkeiten, die dann in Druck umgewandelt werden. Dies führt zu Turbulenzverlusten und Leckage. Kolbenpumpen (Axial-, Radialkolben) verdrängen Flüssigkeit direkt und haben weniger Turbulenzverluste. Deshalb: Kreiselpumpe 70–82 %, Kolbenpumpe 85–95 %. Aber Kreiselpumpen sind einfacher, robuster und günstiger.

Rohrreibungsverluste werden mit der Darcy-Weisbach-Formel Δp = λ·(L/D)·(ρ·v²/2) berechnet. Die Druckverluste erscheinen als zusätzliche Förderhöhe: Htotal = Hstatisch + Δp/(ρ·g). Dieser Rechner zeigt nur die statische + dynamische Höhe; für genaue Auslegung müssen Rohrleitungsverluste separat addiert werden.

Ja, aber mit Energieverlusten. Drosselung (Ventil im Auslauf) baut den überschüssigen Druck ab, verbraucht aber die Antriebsleistung trotzdem. Besser: Drehzahlregelung (Frequenzumrichter, Hydromat) oder Bypassregelung (überflüssiges Wasser zurück zum Saugbehälter). Moderne Pumpen mit Direktantrieb oder Hocheffizienzmotor sparen deutlich Energie.

Zusammenfassung

Hydraulische Leistung

Phydr = ρ·g·Q·H
[Watt / Kilowatt]

Antriebsleistung

Pmech = Phydr / η
[kW / PS]

Wirkungsgrad

η = Phydr/Pmech
60–95 %

Typische Anwendungen
  • Wasserhaltung & Bauen: Grundwasserabsenkung in Baugruben, Wasserhaltungspumpen
  • Entwässerung: Grundstücksentwässerung, Abwasserpumpwerke, Regenwasserbehandlung
  • Druckwasserleitungen: Hochhauswasserversorgung, Fernwasser, Bewässerung
  • Industrielle Anwendung: Kühlwasser, Druckaufbau in Verfahren, Hydraulikanlagen
  • Notfallmaßnahmen: Hochwasserschutz, Notfallpumpeneinsatz, Brandschutz
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