Aktivitätskoeffizient γ


Debye-Hückel Theorie

In realen Elektrolytlösungen verhalten sich Ionen nicht ideal. Der Aktivitätskoeffizient γ korrigiert diese Abweichung zwischen Konzentration und Aktivität.

log γ = -0,5 × z² × √I

Mit steigender Ionenstärke sinkt γ. Mehrwertige Ionen werden stärker beeinflusst, da der Term quadratisch wächst.

  • z = 1: moderate Korrektur
  • z = 2: deutlich stärkere Korrektur
  • wichtig für Gleichgewichte und pH in Salzlösungen
Formeln
log γ = -0,5 × z² × √I
γ = 10^(-0,5 × z² × √I)
I = ( log γ / (-0,5×z²) )²


Ausführliche Beispiele
Beispiel 1 (einwertig)
I = 0,10; z = 1
log γ = -0,5×1×√0,10 = -0,1581
γ ≈ 0,695
Beispiel 2 (zweiwertig)
I = 0,10; z = 2
log γ = -0,5×4×√0,10 = -0,6325
γ ≈ 0,233
Interpretation
Bei gleichem I sinkt γ für z=2 viel stärker als für z=1. Damit ändern sich effektive Konzentrationen deutlich.
Anwendungsfall
In Puffern mit Salzzusatz und in geochemischen Systemen sind Aktivitätskorrekturen oft entscheidend für korrekte Gleichgewichtsberechnungen.
Technischer Hintergrund
Grenzen des einfachen Modells

Die vereinfachte Debye-Hückel-Form ist besonders für niedrige bis mittlere Ionenstärken geeignet. Bei hoher Ionenstärke sind erweiterte Modelle (z. B. Davies, Pitzer) genauer.

Warum γ wichtig ist

Reaktionsquotienten und Gleichgewichtskonstanten basieren auf Aktivitäten. Ohne γ entstehen bei Elektrolyten systematische Fehler in pH-, Redox- und Komplexbildungsrechnungen.

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