Zahnstange & Ritzel Rechner
Vorschubkraft · Geschwindigkeit · Drehmoment · Teilkreis
Zahnstangen-Rechner
Formeln & Symbole
Grundformeln
d = m · z
m = Modul [mm], z = Zähnezahl Ritzel
F = (2 · M · η) / d
M = Drehmoment [N·m], η = Wirkungsgrad, d = Teilkreis [m]
v = π · d · n / 60
d = Teilkreis [mm], n = Drehzahl [1/min], v in [mm/s]
M = F · d / 2
F = Kraft [N], d = Teilkreis [m]
n = (60 · v) / (π · d)
v [mm/s], d [mm]
Symbolerklärung
| F | Vorschubkraft [N] |
| M | Drehmoment [N·m] |
| v | Vorschubgeschwindigkeit [mm/s] |
| n | Drehzahl [1/min] |
| m | Modul [mm] – Normgröße |
| z | Zähnezahl des Ritzels |
| d | Teilkreisdurchmesser [mm] |
| η | Wirkungsgrad [0…1] |
| t | Zahnabstand (Teilung) = π · m |
Zahnstange und Ritzel – Grundlagen
Was ist eine Zahnstange?
Eine Zahnstange ist ein lineares Zahnrad – eine gerade Stange mit regelmäßig angeordneten Zähnen. In Kombination mit einem Ritzel (kleines rundes Zahnrad) bildet sie das klassische Zahnstangen-Ritzel-Getriebe (Rack and Pinion), das eine Drehbewegung in eine geradlinige Bewegung umwandelt – oder umgekehrt.
Das System ist eines der ältesten und zuverlässigsten Getriebeprinzipien der Technik und findet sich in CNC-Maschinen, Fahrzeuglenksystemen, Aufzügen, Toren, Zahnradbahnen und unzähligen Automatisierungsanwendungen.
Vorteile
- Direkter Kraft-Übertrag ohne Schlupf
- Hohe Positioniergenauigkeit
- Beliebig langer Hub durch Zahnstangen-Verlängerung
- Einfache, robuste Konstruktion
- Hohe Lebensdauer bei guter Schmierung
- Spielfreier Betrieb möglich (Vorspannung)
Nachteile
- Begrenzte Übersetzung in einem Schritt
- Erzeugt bei hoher Last Querkräfte auf die Führung
- Geräuschentwicklung bei hoher Geschwindigkeit
- Schmierpflege erforderlich
Aufbau und Wirkprinzip
Das Ritzel sitzt auf einer Antriebswelle und kämmt mit der Zahnstange. Dreht sich das Ritzel um eine Umdrehung, bewegt sich die Zahnstange um genau einen Teilkreisumfang des Ritzels:
s = π · d = π · m · z
s = Vorschub [mm], d = Teilkreisdurchmesser [mm]
Der Modul m ist die entscheidende Normgröße in der Zahnradtechnik. Er legt das Verhältnis von Teilkreisdurchmesser zu Zähnezahl fest und bestimmt damit die Zahnhöhe und den Zahnabstand. Genormte Module nach DIN 780: 0,5 – 0,8 – 1 – 1,25 – 1,5 – 2 – 2,5 – 3 – 4 – 5 – 6 – 8 – 10 …
Detaillierte Formelherleitung
1. Teilkreisdurchmesser d
Der Teilkreis teilt den Zahn in Zahnkopf und Zahnfuß und ist der Wirkdurchmesser:
z. B.: m = 2 mm, z = 20 → d = 40 mm
2. Vorschubgeschwindigkeit v
Die lineare Geschwindigkeit der Zahnstange ergibt sich direkt aus der Umfangsgeschwindigkeit des Ritzels:
n in [1/min], d in [mm], v in [mm/s]
Umformen: n = (60 · v) / (π · d)
3. Vorschubkraft F
Das Drehmoment M am Ritzel erzeugt eine tangentiale Kraft am Teilkreis. Diese Tangentialkraft ist die nutzbare Vorschubkraft, vermindert um den Wirkungsgrad:
M in [N·m], d in [m], η = Wirkungsgrad (ca. 0,90–0,98 für Geradverzahnung)
4. Drehmoment M
Umkehrbetrieb: Aus einer gegebenen Kraft auf die Zahnstange das erforderliche Antriebsdrehmoment:
F in [N], d in [m] → M in [N·m]
Zahngeometrie – Weitere Kenngrößen
| Größe | Formel |
|---|---|
| Teilung t | t = π · m |
| Zahnkopfhöhe ha | ha = m |
| Zahnfußhöhe hf | hf = 1,25 · m |
| Gesamtzahnhöhe h | h = 2,25 · m |
| Kopfkreis da | da = m · (z + 2) |
| Fußkreis df | df = m · (z − 2,5) |
| Modul m | Zahnhöhe h | Teilung t |
|---|---|---|
| 1 mm | 2,25 mm | 3,14 mm |
| 2 mm | 4,5 mm | 6,28 mm |
| 3 mm | 6,75 mm | 9,42 mm |
| 4 mm | 9,0 mm | 12,57 mm |
| 5 mm | 11,25 mm | 15,71 mm |
| 8 mm | 18,0 mm | 25,13 mm |
Praxisbeispiel – CNC-Portalfräse
Modul m = 2 mm, Zähnezahl Ritzel z = 20, Drehzahl n = 1000 1/min,
Drehmoment M = 12 N·m, Wirkungsgrad η = 0,95
Schritt 1: Teilkreisdurchmesser
d = m · z = 2 mm · 20 = 40 mm
Schritt 2: Vorschub pro Umdrehung
s = π · d = π · 40 mm ≈ 125,66 mm
Schritt 3: Vorschubgeschwindigkeit
v = π · 40 mm · 1000 / 60 ≈ 2094 mm/min ≈ 34,9 mm/s
Schritt 4: Vorschubkraft
F = (2 · 12 N·m · 0,95) / 0,04 m = 570 N
Anwendungsgebiete
Maschinenbau & CNC
- CNC-Fräsmaschinen (X/Y/Z-Achsen)
- Plottereinheiten
- Laserscanner-Positionierung
- Schweißroboter-Linearachsen
Fahrzeugtechnik
- Zahnstangenlenkung (PKW)
- Elektrische Servolenkung
- Zahnradbahnen (Bergbahn)
- Flugzeug-Klappenverstellung
Automatisierung
- Tor- und Schiebeantriebe
- Aufzüge & Lifte
- Regalbediengeräte
- Pick-and-Place-Systeme
Häufige Fragen (FAQ)
Zusammenfassung
- Zahnstange + Ritzel wandeln Drehbewegung in Linearbewegung um (und umgekehrt).
- Der Modul m ist die Normgröße – beide Teile müssen denselben Modul haben.
- d = m · z bestimmt den Teilkreisdurchmesser und damit den Vorschub pro Umdrehung (π · d).
- Die Vorschubkraft folgt direkt aus Drehmoment und Teilkreis: F = 2M·η / d.
- Die Geschwindigkeit ist v = π · d · n / 60 (mit n in 1/min, d in mm → v in mm/s).
- Wirkungsgrade von 90–98 % machen das System sehr effizient.
- Einsatz in CNC-Maschinen, PKW-Lenkung, Bahntechnik und Automatisierung.
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